Ein Flüssigkristallbildschirm (englisch liquid crystal display, kurz LCD), ist ein Bildschirm, bei dem spezielle Flüssigkristalle zur Bilddarstellung genutzt werden, die die Polarisationsrichtung von Licht beeinflussen können. Diese Bildschirme, deren Realisierung meist eine Matrix von Dünnschichttransistoren verwendet, stellen die zurzeit dominante Flachbildschirm-Technologie dar. Daneben werden auch Videoprojektoren mit LCD-Modulen bestückt.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile der LCDs gegenüber der Kathodenstrahlröhre sind

  • geringerer Stromverbrauch (nur bei unbeleuchteten Displays, der durchschnittliche auf die Displaygröße umgerechnete Strombedarf beträgt für CRTs, LCDs und Plasmabildschirme etwa 450 bis 700 W/m² . Bei Videodarstellung schneiden die LCDs schlecht ab, weil dunklere Bildbereiche gleichhell hinterleuchtet sind)
  • Strahlungsarmut: LCDs strahlen keine Röntgenstrahlung und wenig Magnetfelder ab. Elektrische Felder werden abgestrahlt und enthalten ebenso wie bei CRTs die Bildinformation (Problem Abhörsicherheit).
  • absolut flimmerfreies, verzerrungsfreies, scharfes Bild
  • geringeres Gewicht sowie
  • geringe Einbautiefe

Beliebt sind die Geräte auch bei Personen, die Elektrosmog minimieren möchten, da Flüssigkristallbildschirme gegenüber Kathodenstrahlmonitoren weniger Felder emittieren.

Im Gegensatz zu Anzeigegeräten mit Kathodenstrahlröhre werden Flüssigkristallbildschirme prinzipbedingt nicht durch schwache Magnetfelder (z. B. Oberleitungen oder Transformatoren) beeinträchtigt.

Ein Problem war lange Zeit (bis zur Entwicklung des TFT) der schwache Kontrast und die langen Schaltzeiten. Die eingeschränkte Farbwiedergabe ist weiterhin ein Problem. Ein weiteres Problem war der geringe mögliche Betrachtungswinkel; neuere Techniken wie IPS schafften hier Abhilfe. Diese Nachteile existieren weiterhin, sind aber nicht mehr so gravierend wie früher. Da jeder Pixel eine eigene kleine Einheit darstellt, kommt es produktionsbedingt statistisch zu vereinzelten Fehlern. So gibt es Pixel, die durchgängig nur in einer Farbe strahlen oder die vorgegebene Farbe fehlerhaft wiedergeben. Je nach Anzahl der fehlerhaften Pixel werden die Displays in verschiedene Fehlerklassen eingestuft, die dann auch verschiedene Preisklassen bedeuten.

Bei der Herstellung wird die physikalische Bildauflösung festgelegt, die Ansteuerung mit einem Signal anderer Auflösung kann zu Qualitätsverlusten führen. Ein TFT-basierter LC-Bildschirm liefert im Vergleich zu einem CRT-Bildschirm ein viel schärferes Bild – allerdings nur in seiner konstruktionsbedingten physikalischen Auflösung. Signale geringerer Auflösung müssen interpoliert werden und erscheinen verschwommen. Alternativ lässt sich das Bild auch mit schwarzen Rändern zentriert in voller Schärfe darstellen (bei digitalem Anschluss lässt sich das üblicherweise im Grafikkartentreiber einstellen).

Die Hintergrundbeleuchtung (durch sog. Kaltkathodenröhren) wird gefiltert, um die Grundfarben der Pixel herzustellen. Dabei muss ein Kompromiss zwischen hoher Helligkeit und guter Farbwiedergabequalität gefunden werden. Die Farben eines LCDs sind daher weniger gesättigt als bei der CRT- oder Plasmabildschirmtechnologie. Darüber hinaus ist die Herstellung noch relativ teuer, da jedes Pixel eine eigene optisch-elektronische Struktur erfordert und daher prinzipiell Ausschuss anfällt.

Ein Grund dafür, warum Röhrenmonitore (CRT) in Tests meist besser abschneiden als Flachbildschirme, ist der bessere Schwarzwert bzw. der Kontrast zu den hellen Bildstellen. Nur besonders gute Flach-Bildschirme können in dieser Hinsicht mit Röhrenmonitoren mithalten.

Die Leuchtstoffröhren der Hintergrundbeleuchtung haben eine begrenzte Lebensdauer. Schon nach zwei bis drei Jahren intensiven Betriebs kann die Leuchtkraft deutlich nachlassen. Allerdings lässt auch die Leuchtkraft von Röhrenmonitoren mit dem Betrieb nach.