Der Time Base Corrector (TBC) ist ein digitaler Bildspeicher (Digital Frame Store), der ein Vollbild (Frame) eines Videosignals zwischenspeichert und zu einer anderen Zeit (zwischen 0 ms und der Dauer eines Vollbilds) wieder ausgibt.

Verwendung

Ein TBC wird benötigt, um Videosignale mit anderen Videosignalen zu synchronisieren, beispielsweise um sie in Echtzeit schneiden und/oder aufzeichnen zu können.

In der Praxis ist es nicht möglich, zwei Signale vollständig synchron zu halten. Beispielsweise kann ein Videorekorder zwar grob mit einer Quelle synchronisiert werden, jedoch gibt es immer noch kleine mechanische Ungenauigkeiten, die das Signal kurzzeitig schneller oder langsamer ankommen lassen können. Dies wird auch als Jitter bezeichnet.

Funktionsweise

Variable Verzögerungsleitungen

Die ersten TBCs wurden in frühen Farbvideorekordern (zum Beispiel Quadruplex) eingesetzt. Dort stand nicht das Synchronisieren mit externen Quellen im Vordergrund, sondern der Ausgleich von kleinen zeitlichen Fehlern, die in Farbsystemen zu starken Farbfehlern führen können.

Diese Verzögerungsleitungen bestehen aus einer größeren Anzahl von Kapazitätsdioden und Leiterspulen, die so miteinander verschaltet sind, dass sie das Signal etwas verzögern. Durch das Anbringen einer Gleichspannung an den Dioden kann die Verzögerungszeit verändert werden. Dieses Verfahren erreicht einen Ausgleich von wenigen Mikrosekunden und wird heute nicht mehr verwendet.

Laufzeitspeicher

Um größere Fehler auszugleichen, wie sie beispielsweise von schlecht gewarteten Videorekordern herrührten, wurden geschaltete Laufzeitspeicher verwendet. Jeder dieser Laufzeitspeicher hatte eine bestimmte Verzögerung. Wollte man das Signal um einen bestimmten Betrag verzögern, so schickte man es einfach durch mehr oder weniger dieser Speicher. Der Anteil, der durch dieses Verfahren nicht ausgeglichen werden kann, wird durch eine variable Verzögerungsleitung ausgeglichen. Hier kann man bereits Zeitfehler bis zu einer Zeile korrigieren.

Digitale Halbleiterspeicher

Durch die Verfügbarkeit von erschwinglichen Arbeitsspeicher in den 1970ern wurde es möglich, ganze Zeilen digitalisiert zu speichern. Das Bild wird hierbei häufig in seine Helligkeits- und Farbanteile aufgeteilt, welche getrennt verarbeitet werden. Die einzelnen Bildpunkte dieser Zeilen können so in beliebiger Reihenfolge ausgegeben werden. Zusätzlich kann man aber auch auf Bildpunkte anderer Zeilen zugreifen und somit Berechnungen wie beispielsweise eine Farbrauschreduktion erzielen. Typische korrigierbare Zeitfehler liegen im Bereich von 3 Zeilen bis hin zu einem ganzen Vollbild.