Als Twisted-Pair-Kabel bzw. verseiltes Kabel werden in der Computertechnik Kabeltypen bezeichnet, bei denen die beiden Adern eines Adernpaares miteinander verseilt sind. Die verseilte Doppelader, die in der Telekommunikationstechnik verwendet wird, wird nicht unter dieser Bezeichnung geführt.

Es wurde ursprünglich für den Parallelanschluss des Druckers (die so genannte Centronics-Schnittstelle) verwendet. Heute werden entsprechende Kabel meistens in der Netztechnik eingesetzt, zum Beispiel bei Ethernet-Kabeln, strukturierten Verkabelungen oder in der Feldbustechnik.

Durch die jeweilige Verseilung des Hinleiters mit dem Rückleiter einer Stromschleife (das Adernpaar) ist die Datenübertragung weniger störanfällig.

Für eine leichtere Klassifizierung der einzelnen Kabel wurden Kategorien definiert, die jeweils einem spezifischen Anforderungsprofil entsprechen. Die Kategorien 1 und 2 sind nur informell definiert; die Kategorien 3 und 4 sind kommerziell nicht mehr relevant (aber in Altinstallationen noch anzutreffen). Im Folgenden finden sich die sieben definierten Kategorien:

Kategorie 1

Cat-1-Kabel sind auf maximale Betriebsfrequenzen bis 100 kHz ausgelegt und sind deshalb für die Datenübertragung ungeeignet. Sie werden zur Sprachübertragung, zum Beispiel bei Telefonanwendungen, verwendet.

Kategorie 2

Cat-2-Kabel sind für maximale Frequenzen bis 1 oder 1,5 MHz geeignet; sie werden zum Beispiel für eine Hausverkabelung beim ISDN-Primärmultiplexanschluss verwendet.

Kategorie 3

Cat-3-Kabel sind ein häufig in den USA verlegter Typ. Cat-3 war in Amerika für lange Zeit der Standardkabeltyp bei allen Telefon-Verkabelungen. Es sind nicht abgeschirmte Twisted-Pair-Kabel, die auf maximale Betriebsfrequenzen von 16 MHz ausgelegt sind und für Übertragungskapazitäten von bis zu 16 Mbit/s verwendet werden. Cat-3-Kabel haben drei Wicklungen pro Zoll für jedes verdrehte Paar von Kupferleitern. Eine andere Eigenschaft ist, dass die Leitungen mit Kunststoff (Perfluor, FEP) isoliert werden, so dass eine niedrige Streuung auftritt. Dies ist auch wichtig bei der Verlegung des Kabels, so sollte CAT3 bei der Verlegung von Telefonkabel immer gegenüber CAT5 bevorzugt werden, da CAT3 einen höheren Widerstand gegenüber CAT5 vorweisen kann, und damit die Signalübertragung für Telefonanlagen etc. leichter zu identifizieren ist.

Die Kabel sind ISDN-tauglich. 10 MBit Ethernet (10BaseT) kann problemlos auf Cat-3 Kabel betrieben werden, zusätzlich wurde der 100BaseT4 Standard entwickelt. Er ermöglicht 100 Mbit/s auf bestehenden Kategorie 3 Installationen, wobei alle vier Adernpaare verwendet werden - 100BaseT4 hat außerhalb von Amerika praktisch keine Verbreitung.

Cat-3-Kabel werden heute kaum noch im Verkauf angeboten. Meist werden Cat-5-Kabel verwendet.

Kategorie 4

Cat-4-Kabel sind ein häufig in den USA verlegter Typ. Cat-4 bot nur einen kleinen Fortschritt in der Geschwindigkeit im Vergleich zu Cat-3 an und wurde im allgemeinen zugunsten von Cat-5 ignoriert. Über Cat-4-Kabel können 20 Mbit/s übertragen werden.

Kategorie 5

Cat-5-Kabel sind die heute überwiegend anzutreffende installierte Basis; sie werden für Signalübertragung mit hohen Datenübertragungsraten benutzt. Die spezifische Standardkennzeichnung ist EIA/TIA-568. Cat-5-Kabel sind für Betriebsfrequenzen bis 100 MHz bestimmt. Wegen der hohen Signalfrequenzen muss bei der Verlegung und Montage, insbesondere bei den Anschlussstellen der Adern, besonders sorgfältig gearbeitet und die Herstellervorgaben eingehalten werden.

Kabel der Kategorie 5 werden häufig bei strukturierten Verkabelungen von Computernetzen wie zum Beispiel Fast- oder Gigabit-Ethernet verwendet. Dies hat die weite Verbreitung von 1000Base-T (Gigabit Ethernet) gefördert, da hierzu lediglich eine Cat-5-Leitung benötigt wird.

Das Cat-5e-Kabel ist eine genauer spezifizierte Version von Cat-5, die hauptsächlich im deutschsprachigen Raum Europas für die Verwendung in Langstrecken-100Base-T-Netzverbindungen zum Tragen kommt. Ordentlich vorgenommene Installationen, die ursprünglich als Cat-5 installiert und abgenommen wurden, erfüllen meist auch die Norm Cat-5e. Cat-5e-Kabel sind für Betriebsfrequenzen bis 100 MHz bestimmt. Sie müssen die Spezifikation EIA/TIA-568A-5 erfüllen, die allerdings mittlerweile durch die Spezifikation EIA/TIA-568B abgelöst wurde. Die Bezeichnungen EIA/TIA-568A und EIA/TIA-568B werden aber auch informell verwendet, um die beiden in diesem Standard festgelegten Zuordnungen der farblich gekennzeichneten Adernpaare zu den Anschlusskontakten des RJ45-Steckers zu bezeichnen; dies sagt in diesem Falle jedoch nichts über die Übertragungsqualität aus.

Die Prüfwerte für Kabel und Stecker Cat-5e EIA/TIA-568A-5 entsprechen den neueren Werten nach Class D aus ISO/IEC 11801:2002 oder EN 50173-1:2002.

Des weiteren gibt es sogenannte fastCat5-e Kabel, die die Leistungsanforderungen der Cat-5 Norm übertreffen.

Kategorie 6

Das Cat-6-Kabel wird durch die EN50288 definiert. Cat-6-Kabel sind für Betriebsfrequenzen bis 250 MHz bestimmt. Bei größeren Längen leidet die Übertragungsgeschwindigkeit, geringe Überlängen sind aber je nach Außeneinflüssen unbedenklich. Sicherheit gibt letztlich die Überprüfung mit einem entsprechenden Testgerät, das die Einhaltung der Grenzwerte der aktuellen EN50173-1, IS 11801, bzw. der EIA/TIA 568B2.1 verifiziert.

Anwendungsfelder für Cat-6 sind Sprach- und Datenübertragung sowie Multimedia und ATM-Netze. Leistungsfähiger sind Kabel nach Cat6a (500 MHz) und Cat6e (600 MHz). Belegung einer Wanddose mit CAT7

Kategorie 7

Cat-7-Kabel haben vier einzeln abgeschirmte Adernpaare (Screened/Shielded Twisted Pair S/STP) innerhalb eines gesamten Schirms. Cat-7-Kabel sind für Betriebsfrequenzen bis 600 MHz bestimmt. Wie wichtig der Investitionsschutz ist, zeigt 10 Gigabit Ethernet. Heutige Cat-7 Kabel erfüllen alle Anforderungen von IEEE 802.3an mit einer erheblichen Marge und sind sofort betriebsbereit.

Die entsprechenden Stecker GG-45 sind abwärtskompatibel zu RJ-45, allerdings wird dann höchstens Cat-6 erreicht. Es gibt auch Cat-7 Stecker, die bis 1,2 GHz ausgelegt sind (TERA).